🟦 Einleitung

Was bedeutet es wirklich, für Christus zu leben – und was bedeutet es, für ihn zu sterben? Paulus beantwortet diese Fragen nicht theoretisch, sondern aus der Erfahrung eines Lebens voller Hingabe, Leid und Hoffnung. Im Gefängnis stehend, ringt er mit dem Gedanken an Leben und Tod, bleibt dabei aber fest im Vertrauen auf Gottes Plan. Sein Ziel ist es, Christus in allem zu verherrlichen – ob durch Leben oder durch Tod. Diese Lektion lädt uns ein, unser eigenes Leben im Licht der Ewigkeit zu betrachten. Wie Paulus können wir lernen, über das Sichtbare hinauszusehen und selbst im Leiden Hoffnung zu bewahren.

✉

✉ DIE BRIEFE VON PAULUS AN DIE PHILIPPER & KOLOSSER

⛪ Lektion 3: Leben und Tod


📘 3.1 „… dass Christus verherrlicht werde“

✨ Leben oder Sterben – alles zur Ehre Christi


🟦 Einleitung

Das Leben des Paulus zeigt, wie ein Mensch – ganz im Dienst Christi – selbst Leid, Verfolgung und Tod in Kauf nimmt, wenn dadurch Christus verherrlicht wird. In dieser Lektion untersuchen wir, was es bedeutet, für Jesus zu leben und zu sterben, und wie wir in unserem Alltag ein glaubwürdiges Zeugnis ablegen können – auch gegenüber Menschen, die uns schlecht behandeln.

………………..✉………………..

📖 Bibelstudium


📘 Philipper 1,19–20

„Denn ich weiß, dass mir dies zum Heil ausschlagen wird durch eure Fürbitte und durch den Beistand des Geistes Jesu Christi,
wie ich sehnlich warte und hoffe, dass ich in keinem Stück zuschanden werde,
sondern dass in aller Freimütigkeit, wie allezeit, so auch jetzt,
Christus verherrlicht werde an meinem Leib, es sei durch Leben oder durch Tod.“

  • Hintergrund: Paulus befindet sich in Haft und wartet auf ein Urteil.

  • Inhalt: Trotz Gefangenschaft ist er voller Hoffnung. Er sieht zwei Kräfte, die ihn stärken:

    1. Die Fürbitte der Gemeinde

    2. Die Hilfe des Heiligen Geistes

  • Ziel: Nicht seine persönliche Rettung, sondern dass Christus in ihm verherrlicht wird, unabhängig vom Ergebnis: ob er lebt oder stirbt.


📘 1. Korinther 4,14–16

„Nicht um euch zu beschämen, schreibe ich dies, sondern ich ermahne euch als meine geliebten Kinder. […] Denn in Christus Jesus habe ich euch gezeugt durch das Evangelium.“

  • Paulus spricht als geistlicher Vater: Die Beziehung ist nicht distanziert, sondern voller Liebe.

  • „Folgt meinem Beispiel“ zeigt, dass er sich verantwortlich fühlt für ihre geistliche Entwicklung.


📘 1. Thessalonicher 2,10–11

„Ihr seid Zeugen, wie heilig und gerecht und untadelig wir gegen euch gewesen sind. […] wie ein Vater seine Kinder.“

  • Paulus handelt mit Integrität: Sein Leben steht im Einklang mit seiner Botschaft.

  • Väterlicher Umgang: Er ermahnt, tröstet, fordert heraus.


📘 Galater 4,19

„Meine Kinder, um die ich noch einmal Geburtswehen leide, bis Christus in euch Gestalt gewinnt.“

  • Tiefe innere Verbundenheit: Paulus leidet mit ihnen, wie eine Mutter bei der Geburt.

  • Geistliches Ziel: Dass Christus in ihnen sichtbar wird.


📘 Philemon 10

„Ich ermahne dich um meines Sohnes willen, Onesimus, den ich in meinen Fesseln gezeugt habe.“

  • Onesimus war ein entflohener Sklave – Paulus nennt ihn „mein Kind“.

  • Wichtigkeit geistlicher Beziehungen: Auch im Gefängnis bleibt Paulus ein aktiver Zeuge.

………………..✉………………..

🗣 Antworten zu den Fragen

❓ Frage 1: Welchen Ausgang seines Gerichtsverfahrens erwartete Paulus? Was hält er für noch wichtiger, als freigesprochen zu werden?

Antwort:
Paulus hofft zwar auf ein gutes Ergebnis seines Verfahrens, aber sein Fokus liegt nicht auf persönlicher Rettung. Für ihn ist das Entscheidendste, dass er nicht beschämt wird – also in Treue bleibt – und dass Christus durch sein Leben oder Sterben verherrlicht wird.

Er zeigt eine tiefe geistliche Reife: Selbst wenn sein Weg in den Tod führt, ist das für ihn akzeptabel, solange sein Verhalten Christus ehrt. Die Verherrlichung Christi steht über allem – über persönlichem Wohl, Freiheit oder Sicherheit.


❓ Frage 2: Welche Beziehung hat Paulus zu den Gemeinden, die er gegründet hat, und zu den Menschen, die er für Christus gewinnen konnte?

Antwort:
Paulus sieht sich als geistlicher Vater, nicht nur als Lehrer. Seine Beziehung zu den Gläubigen ist geprägt von:

  • Liebe: Er nennt sie „geliebte Kinder“ (1. Kor 4).

  • Verantwortung: Wie ein Vater sorgt er sich um ihre Entwicklung (1. Thess 2).

  • Leidenschaft: Er „leidet Geburtswehen“ für sie (Gal 4).

  • Persönliche Bindung: Selbst Einzelpersonen wie Onesimus nennt er seine Kinder (Philemon).

Er ist bereit, sich vollständig für sie zu opfern (2 Kor 12,15). Diese intensive Beziehung macht ihn zum Vorbild für alle, die andere im Glauben begleiten.


❓ Frage 3: Welche Art von Zeugnis über Jesus legst du ab – besonders gegenüber Menschen, die dich schlecht behandeln?

Antwort (persönliche Reflexion):
Wie wir mit schwierigen Menschen umgehen, zeigt mehr über unseren Glauben als viele Predigten. Wenn wir:

  • freundlich bleiben in der Konfrontation,

  • vergeben statt nachtragen,

  • für andere beten, selbst wenn sie uns verletzen,
    dann legen wir ein echtes Zeugnis über Jesus ab.

Ein solches Verhalten ist nicht menschlich erklärbar, sondern ein Zeichen von Gottes Wirken im Leben. Paulus war bereit, für seine Feinde zu beten, für die Gemeinde zu leiden – und so Christus zu offenbaren.

………………..✉………………..

💎 Geistliche Prinzipien

  1. Die Verherrlichung Christi ist das höchste Ziel – nicht persönlicher Komfort.

  2. Geistliche Elternschaft verlangt Liebe, Geduld und Opfer.

  3. Leiden im Glauben ist nicht sinnlos, sondern ein kraftvolles Zeugnis.

  4. Unsere Beziehungen spiegeln unser Gottesbild wider – besonders in schweren Zeiten.

………………..✉………………..

🛠 Anwendung im Alltag

  • Im Beruf: Stehe zu deiner Überzeugung, selbst wenn du dadurch Nachteile hast – wie Paulus.

  • In der Familie: Praktiziere geduldige, väterliche Liebe, die nicht auf Anerkennung wartet.

  • In der Gemeinde: Kümmere dich um andere als geistlicher Bruder oder Schwester.

  • Im Leid: Frage nicht nur „Warum ich?“, sondern „Wie kann ich Christus darin verherrlichen?“

………………..✉………………..

✅ Fazit

Paulus hat uns durch Wort und Tat gezeigt, was es bedeutet, ganz für Christus zu leben. Er war bereit, alles zu geben – seine Freiheit, seine Ehre, sogar sein Leben – damit Jesus sichtbar wird. Diese Haltung fordert uns heraus, unseren eigenen Glauben zu hinterfragen: Was steht bei uns wirklich im Zentrum – Christus oder unser eigenes Wohlergehen?

………………..✉………………..

💭 Gedanke des Tages

„Das größte Zeugnis ist nicht unser Erfolg, sondern unsere Treue in Prüfungen.“

………………..✉………………..

✍ Illustration

„Der Regen fällt auch auf Dornen“
Eine afrikanische Glaubensreise in den Schatten der Verfolgung


Teil I – Die Saat

Moshi, Tansania, 2023.

Die Sonne stand tief über dem Kilimandscharo, als Pastor Daniel Mkombo, ein erfahrener Adventist, mit seiner alten Bibel in der Hand das kleine Dorf Njiwa betrat. Es war ein muslimisch geprägter Ort, abgeschieden, konservativ – und von außen kaum erreichbar. Dennoch hatte Daniel den Ruf des Heiligen Geistes vernommen: „Geh dorthin, wo mein Name nicht bekannt ist.“

Er kam nicht mit Geld oder Geschenken – nur mit einem Herzen voll Gebet, einer Bibel, und dem festen Entschluss:

„Herr, wenn ich hier leben oder sterben soll – möge Dein Name verherrlicht werden.“

Die ersten Wochen waren schwer. Die Dorfbewohner misstrauten ihm. Die Kinder versteckten sich, wenn er kam. Der Imam warnte öffentlich vor ihm:

„Dieser Mann bringt den Geist der Weißen mit sich – eine fremde Religion.“

Doch Daniel blieb. Er half beim Brunnenbau. Er trug Säcke auf dem Markt. Er half bei Geburten. Er schwieg – und betete.


Teil II – Die Dornen blühen

Eines Tages wurde ein Mädchen krank – Halima, 12 Jahre alt, die Tochter des Imams. Keine Medizin half. Als alle Hoffnung schwand, kam Daniels Moment.

Er kniete sich am Krankenbett nieder. Der Vater zögerte, ließ ihn aber gewähren. Daniel betete leise:

„Jesus, Du bist Herr über Leben und Tod. Nicht damit ich verherrlicht werde – sondern Du. Zeige Deine Gnade.“

In den nächsten Tagen begann Halima sich zu erholen. Die Dorfbewohner staunten. Der Imam blieb stumm – doch sein Blick sprach Bände.

Das war der Wendepunkt.

Halima begann, heimlich die Bibel zu lesen. Andere Kinder kamen dazu. Bald entstand ein kleiner Hauskreis unter dem großen Mangobaum. Daniel las Geschichten von Jesus, sang mit ihnen Lieder in Suaheli, sprach von Hoffnung, Vergebung und dem wahren Frieden.


Teil III – Die Verfolgung beginnt

Doch Licht zieht Schatten nach sich. Eines Morgens wurde Daniel abgeführt. Vier Männer kamen mit Stöcken und zerrten ihn aus seiner Hütte.

„Du verführst unsere Kinder. Du bringst Unruhe in unsere Gemeinschaft.“
„Du beleidigst Allah!“

Er wurde geschlagen, verspottet und im alten Hühnerstall eingesperrt. Tagelang hörte man nur Gebete aus dem Stall. Halima schmuggelte ihm Wasser.

Die Dorfältesten hielten Rat. Einige wollten ihn verbannen. Andere wollten mehr. Die Stimmung wurde dunkler.

Doch Daniels Haltung blieb unerschütterlich. Als man ihn fragte, ob er seine „Lügen über Jesus“ widerrufen wolle, sagte er nur:

„Wenn mein Schweigen das Licht löscht, dann will ich lieber leiden – solange Christus dadurch verherrlicht wird.“


Teil IV – Das Urteil

Ein improvisiertes Dorfgericht wurde abgehalten. Das Urteil: Daniel müsse das Dorf verlassen – für immer. Falls er bleibe, sei er „selbst schuld an den Konsequenzen“.

Daniel stand still da. Sein Gesicht war gezeichnet von den Schlägen, doch seine Augen leuchteten.

„Ich werde gehen. Aber das Evangelium bleibt. Denn ihr habt es in euren Kindern gepflanzt – und in euren Herzen.“

Halima weinte. Andere Kinder auch. Einige Erwachsene begannen zu zögern. Ein alter Mann trat nach vorne:

„Er hat uns mehr geholfen als viele von uns je gewagt haben. Warum soll das Böse siegen?“

Doch es war zu spät. Daniel verließ das Dorf, barfuß, mit einer zerrissenen Bibel in der Hand.


Teil V – Die Frucht der Geduld

Fünf Jahre später.

Ein junger Mann namens Samuel – Halimas älterer Bruder – steht unter demselben Mangobaum und predigt. Er hat die Bibel seines Vaters gefunden, versteckt unter einer Decke. Er hat sie gelesen – und geweint.

„Daniel hat uns das wahre Gesicht Gottes gezeigt. Nicht durch Streit, sondern durch Liebe. Nicht durch Macht, sondern durch Geduld.“

Inzwischen gibt es eine kleine adventistische Gemeinde in Njiwa. Einige der alten Gegner von Daniel gehören jetzt zu ihr. Sie sagen:

„Der Mann, den wir verjagt haben, hat uns Jesus gebracht. Und der Regen fiel – auch auf unsere Dornen.“

Daniel?
Er lebt heute zurückgezogen in einem kleinen Haus nahe Arusha. Als er die Nachricht von der Gemeindegründung erhielt, fiel er auf die Knie und sagte:

„Herr, ich danke Dir, dass Du mich erniedrigt hast, damit Dein Name erhöht wird. Nicht mein Leben – Dein Name zählt.“

………………..✉………………..

📌 Schlussgedanken zur Geschichte

Diese Geschichte zeigt eindrucksvoll, was es heißt, nicht für sich selbst zu leben, sondern für die Verherrlichung Christi – auch wenn das bedeutet, zu leiden, verspottet zu werden oder alles zu verlieren.

Wie Paulus sagte:

„Ob durch Leben oder durch Tod – Christus soll verherrlicht werden.“ (Phil 1,20)

Daniel Mkombo hat nicht diskutiert oder sich verteidigt. Er hat geliebt, gedient, gebetet und ausgehalten. Und dadurch hat er eine Saat gelegt, die niemand mehr ausreißen kann – denn sie wuchs aus dem Geist Gottes selbst.

*Sursa: Christliche Ressourcen

🌱LEBENDIGES GLAUBENSLEBEN | Lektion 3.Leben und Tod | 3.1 „… dass Christus verherrlicht werde“ | ✉️ DIE BRIEFE VON PAULUS AN DIE PHILIPPER & KOLOSSER

About The Author
-