DIE BRIEFE VON PAULUS AN DIE PHILIPPER & KOLOSSER
Lektion 2: Gründe für Danksagung und Gebet
2.7 Fragen
Wenn Gott wartet – Zeit für geistliches Erwachen
Einleitung
Wir haben in dieser Woche durch Paulus gelernt, wie sehr Danksagung, Fürbitte und geistliches Urteilsvermögen Ausdruck geistlicher Reife sind. Die abschließenden Fragen führen uns in die persönliche Anwendung: Bin ich wirklich ein dankbarer Mensch? Vertraue ich Gott auf einer tiefen Ebene, auch wenn ich nichts sehe? Bin ich Teil der Lösung – oder Teil der Verzögerung, die den Auftrag Gottes aufhält?
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Fragen und ausführliche Antworten
1⃣ Frage 1: Denkt an die vergangene Woche und zählt auf, wofür ihr dankbar seid. Kann es sein, dass es mehr gibt, für das ihr dankbar sein könnt, als euch bewusst war?
Antwort:
In einer hektischen Welt übersehen wir oft die kleinen Segnungen. Erst wenn wir innehalten und zurückblicken, entdecken wir Gottes Güte:
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Gesundheit, selbst wenn sie nicht perfekt ist.
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Menschen, die uns unterstützen – Familie, Freunde, Gemeinde.
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Möglichkeiten, anderen zu helfen oder Licht zu sein.
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Momente der Ruhe, Gebetserhörungen oder Bibelverse zur rechten Zeit.
Dankbarkeit beginnt nicht mit mehr Segen – sondern mit offeneren Augen. Paulus schrieb aus dem Gefängnis über Freude und Dank. Warum? Weil er geistlich sah – nicht nur mit natürlichen Augen.
Geistliches Prinzip: Wer dankt, sieht mehr. Wer mehr sieht, vertraut tiefer. Und wer tiefer vertraut, lebt befreiter.
2⃣ Frage 2: Beschäftigt euch mit dem letzten Satz in obigem Zitat von Ellen White. Er ist eine sehr starke Glaubensaussage. Wie könnt ihr lernen, Gott auf einer derart tiefen Ebene zu vertrauen?
Zitat:
„Hätte die Gemeinde Christi das ihr aufgetragene Werk nach seinem Willen ausgeführt, dann würde die Welt längst gewarnt worden sein und der Herr wäre mit großer Kraft und Herrlichkeit schon auf diese Erde gekommen.“
Antwort:
Dieser Satz erschüttert. Nicht Gottes Mangel ist das Problem – sondern unser Unglaube, unsere Trägheit, unser Fokus auf das Irdische. Tiefes Vertrauen in Gott wächst durch:
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Erfahrungen mit Gottes Treue – Rückblick stärkt Zukunftsvertrauen.
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Wort Gottes – Römer 10,17: Der Glaube kommt aus dem Hören.
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Verzicht auf Kontrolle – Vertrauen heißt: Ich muss nicht alles verstehen, aber ich glaube, dass Gott weiß, was er tut.
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Gebet – nicht nur Bitten, sondern ehrliches Ringen mit Gott, wie Hiob oder Jesus in Gethsemane.
Schlüssel: Wer Gottes Charakter kennt, lernt ihm auch im Nebel zu vertrauen.
3⃣ Frage 3: Sprecht vor dem Hintergrund von Kolosser 1,6.23 über folgende Aussage:
Zitat:
„Vierzig Jahre lang schlossen Unglauben, Murren und Rebellion das alte Israel vom Land Kanaan aus. Die gleichen Sünden haben das Eintreten des modernen Israel ins himmlische Kanaan verzögert…“
Antwort:
Kol 1,6 spricht davon, dass das Evangelium „Frucht bringt und wächst“. Und Vers 23 fordert: „Bleibt im Glauben gegründet und fest“. Das zeigt: Unsere Haltung beeinflusst, ob Gottes Werk mit Kraft vorangeht – oder stagniert.
Wie im alten Israel erleben wir auch heute:
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Mangel an Hingabe – Halbe Herzen bewirken halbe Ernten.
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Streit und Spaltung – Satan freut sich, wenn Gemeinde gegen sich selbst kämpft.
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Weltlichkeit – Wenn das Evangelium nur „eine Schicht“ über unserem alten Leben ist.
Diese Worte von Ellen White sind kein Vorwurf – sondern ein Weckruf. Wenn wir Gottes Auftrag ernst nehmen, kann sich alles beschleunigen. Wenn nicht – verzögern wir die Wiederkunft durch unser Zögern.
Schlussgedanke: Gottes Plan ist vollkommen. Die Frage ist: Will ich Teil seines Handelns sein – oder seiner Verzögerung?
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Geistliche Prinzipien
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Dankbarkeit beginnt im Herzen, nicht in der Fülle.
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Geistliches Vertrauen wächst in der Tiefe, nicht in der Leichtigkeit.
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Gottes Werk hängt nicht an Gottes Kraft – sondern oft an unserer Antwort.
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Jede Generation entscheidet, ob sie das Evangelium weiterträgt oder aufhält.
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Der Himmel wartet nicht, weil Gott zögert – sondern weil wir trödeln.
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Anwendung im Alltag
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Schreibe täglich drei Dinge auf, für die du dankbar bist.
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Stelle dir die Frage: Bin ich für Gott verfügbar oder nur beschäftigt?
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Bete: „Herr, zeige mir, ob ich dein Werk verzögere – oder fördere.“
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Suche ein konkretes Gebetsanliegen, bei dem du Gottes Willen erkennen willst.
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Lies jeden Tag bewusst eine Verheißung und bete sie über deinem Leben.
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Fazit
Paulus’ Gebete waren nicht fromme Floskeln – sie waren Werkzeuge geistlicher Umgestaltung. Er betete nicht, um Probleme zu umgehen, sondern um Herzen zu verändern. Diese Woche ruft uns dazu auf, tiefer zu sehen, dankbarer zu leben, klarer zu beten und entschlossener zu handeln. Die Wiederkunft hängt nicht an einem Kalender – sondern an einem Auftrag.
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Gedanke des Tages
„Der Himmel wartet nicht, weil Gott zu langsam ist – sondern weil wir zu langsam glauben.“
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Illustration
„Der andere Zeitplan“
Untertitel: Als wir merkten, dass Gott längst bereit war
Teil 1 – Das unerwartete Protokoll
Calgary, Kanada – 21. Jahrhundert.
Die Gemeinde „Licht der Hoffnung“ war aktiv – Sabbatschule, Predigten, Jugendprogramm. Doch etwas fehlte. Es lief – aber nicht in Gottes Takt.
Eines Abends saß Pastorin Miriam mit dem Gemeindevorstand. Ein Brief der Generalkonferenz lag auf dem Tisch. Thema: „Unerfüllter Auftrag – wo stehen wir?“
Miriam las laut:
„Wenn jede Gemeinde so leben und handeln würde wie die Urgemeinde, wäre Christus längst gekommen.“
Es wurde still.
Teil 2 – Der Spiegel
In der Woche darauf begannen sie eine Gebetsserie.
Nicht für mehr Mitglieder.
Nicht für neue Technik.
Sondern: Für Erweckung.
Sie studierten Kolosser 1. Paulus’ Gebet. Seine Hoffnung. Seine Hingabe.
Und dann die Ellen-White-Zitate.
Sie trafen tief.
Was, wenn wir der Grund sind, dass Jesus noch nicht gekommen ist?
Teil 3 – Die Wende
Die Gemeinde begann, anders zu leben.
Sie beteten nicht nur – sie handelten.
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Ein Ehepaar kündigte seinen Nebenjob, um mehr Bibelstunden zu geben.
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Die Jugend begann ein Zeugnisprojekt in der Innenstadt.
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Die Sabbatschule wurde ein Ort ehrlicher Veränderung, nicht nur Diskussion.
Sie nannten es: Projekt Kanaan – „Was hindert uns noch, zu gehen?“
Teil 4 – Die Frucht
Nach einem Jahr hatte sich die Gemeinde verdoppelt.
Nicht in Mitgliedern – sondern in Tiefe.
Es gab immer noch Probleme.
Aber es gab mehr Hingabe.
Und echte Freude.
Ein Jugendlicher schrieb in sein Gebetsjournal:
„Ich will nicht, dass Jesus noch 30 Jahre warten muss, weil ich nicht bereit war.“
Teil 5 – Die Erkenntnis
Pastorin Miriam sagte beim Jahresabschluss:
„Wir haben auf Gottes Zeitplan gewartet.
Aber er hat auf unseren Gehorsam gewartet.“
Sie schauten sich an.
Verändert.
Bereit.
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Schlussgedanken zur Geschichte
Wenn der Himmel zögert, liegt es nicht an Gott – sondern an uns.
Gott sucht Gemeinden, die beten wie Paulus, lieben wie Christus und handeln wie die Jünger.
Dann wird das Evangelium alle Welt erreichen – und das Ende wird kommen.
Nicht, weil wir Druck machen. Sondern weil wir bereit sind.
Wird dein Leben Teil der Verzögerung – oder Teil der Vollendung sein?
*Sursa: Christliche Ressourcen